20 Schattierungen der Wahrheit

Die klassische Linie: Wahrheit als Korrespondenz

Ein Ausgangspunkt der westlichen Wahrheitstradition ist die Korrespondenztheorie, die Wahrheit als Übereinstimmung von Aussage und Wirklichkeit bestimmt. In seinem Werk Metaphysik formuliert Aristoteles: „Zu sagen, dass das, was ist, ist, und dass das, was nicht ist, nicht ist, ist wahr“ (Aristoteles ca. 350 BCE). Thomas von Aquin5 greift diese Idee in Quaestiones Disputatae de Veritate systematisch auf und bestimmt Wahrheit als adaequatio intellectus et rei (Thomas von Aquin 1256). Bertrand Russell aktualisiert diesen Zugang im 20. Jahrhundert in The Problems of Philosophy, indem er in Kapitel 12 zwischen Wissen durch Bekanntschaft und Wissen durch Beschreibung unterscheidet – letzteres unterliegt Wahrheitsbedingungen, die der Welt entsprechen müssen (Russell 1912).

Die Stärke der Korrespondenztheorie liegt in ihrer intuitiven Plausibilität: Aussagen sind wahr, wenn sie die Tatsachen korrekt wiedergeben. Kritisch wird jedoch eingewandt, dass „Tatsachen“ selbst nicht unabhängig von sprachlichen oder theoretischen Rahmen gegeben sind – was zur nächsten Position führt.

Wahrheit durch Zusammenhang: Kohärenz

F. H. Bradley6 und Harold H. Joachim7 formulieren eine alternative Konzeption, in der Wahrheit nicht an einer externen Realität, sondern an der inneren Kohärenz eines Gesamtsystems gemessen wird. In Essays on Truth and Reality beziehungsweise The Nature of Truth wird Wahrheit als das Merkmal von Aussagen verstanden, die sich widerspruchsfrei und organisch in ein holistisches System des Wissens einfügen (Bradley 1914; Joachim 1906).

Diese Sichtweise erlaubt die Integration komplexer Zusammenhänge, gerät aber in Erklärungsnot, wenn verschiedene kohärente Systeme konkurrieren. Zudem bleibt offen, wie der Zugang zur „Welt“ selbst gewährleistet werden kann, wenn Wahrheit nur innerhalb des Systems bewertet wird.

Wahrheit als Funktion des Handelns: Pragmatismus

William James1 und John Dewey8 bieten mit dem Pragmatismus eine handlungsorientierte Wahrheitstheorie. James schreibt in Pragmatism: A New Name for Some Old Ways of Thinking, dass Wahrheit sich im Denken „als nützlich erweist“ (James 1907). In Logic: The Theory of Inquiry sieht Dewey Wahrheit als Ergebnis eines erfolgreichen Forschungsprozesses (Dewey 1938).

Wahrheit wird hier nicht als statische Entsprechung verstanden, sondern als dynamisches Resultat erfolgreicher Problemlösung. Kritiker werfen dem Pragmatismus vor, er reduziere Wahrheit auf bloße Nützlichkeit – eine Verkürzung, die der normativen Dimension des Wahrheitsbegriffs nicht gerecht werde.

Wahrheit durch Verständigung: Konsenstheorie

Jürgen Habermas2 und Karl-Otto Apel entwickeln eine Konsenstheorie der Wahrheit, die an die kommunikative Vernunft appelliert. In Wahrheitstheorien argumentiert Habermas, dass Wahrheit als der Geltungsanspruch verstanden werden müsse, der in einem herrschaftsfreien Diskurs einlösbar ist (Habermas 1973). Apel geht in Transformation der Philosophie weiter, indem er eine transzendental-pragmatische Ethik entwickelt, in der die Bedingungen der Möglichkeit von Kommunikation selbst die Grundlage für Wahrheit liefern (Apel 1973).

Dieser Ansatz gibt der intersubjektiven Dimension von Wahrheit ein starkes Fundament, betont jedoch normative Ideale, deren Realisierbarkeit in realen Diskursen zweifelhaft ist.

Wahrheit ohne Substanz: Deflationismus und Redundanz

Im 20. Jahrhundert wird der Wahrheitsbegriff zunehmend dekonstruiert. Frank P. Ramsey erklärt in seinem Aufsatz Facts and Propositions, dass der Satz „‚Es regnet‘ ist wahr“ nichts anderes aussagt als „Es regnet“ – der Wahrheitsbegriff sei überflüssig (Ramsey 1927). Paul Horwich4 verteidigt in seinem Werk Truth eine minimalistische Theorie: Eine Aussage ist wahr, wenn sie behauptet, was der Fall ist – ohne dass dem Begriff „Wahrheit“ eine tiefergehende metaphysische Rolle zukommt (Horwich 1998).

Deflationistische Ansätze vermeiden ontologische Komplikationen, verlieren jedoch an normativer Kraft: Sie sagen wenig darüber, wie und warum Wahrheit wichtig ist – nur dass sie semantisch funktioniert.

Semantik und formale Wahrheit

Alfred Tarski3 entwickelt in Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen eine formale Definition von Wahrheit, basierend auf Metasprache und semantischen Bedingungen. Die berühmte Tarskische Bedingung lautet:

\[ \text{„P“ ist wahr genau dann, wenn P.} \]

Diese Formalisierung erlaubt präzise Wahrheitsdefinitionen in logisch strukturierten Systemen (Tarski 1935). Sie ist jedoch nur in formalisierten Sprachen vollständig anwendbar – in der natürlichen Sprache bleibt vieles unklar und kontextabhängig.

Wahrheit durch Autorität und Offenbarung

In theologischen Kontexten spielt Wahrheit eine andere Rolle: Sie ist nicht das Resultat rationaler Begründung oder empirischer Prüfung, sondern gründet in göttlicher Offenbarung. Augustinus von Hippo9 behandelt in De doctrina Christiana die christliche Schriftauslegung und die Kriterien, unter denen göttliche Wahrheit erkennbar wird (Augustinus 397). Thomas von Aquin entwickelt in der Summa Theologiae – insbesondere in I, q.1 – eine systematische Theologie, die göttliche Offenbarung mit Vernunftprinzipien verbindet (Thomas von Aquin 1265).

Dieser Wahrheitsbegriff entzieht sich empirischer oder logischer Prüfung. Er wirkt exklusiv – denn er ist gebunden an eine bestimmte religiöse Tradition – eröffnet aber zugleich einen Bereich sinnhafter Orientierung, der über diskursive Rationalität hinausreicht.

Evidenz als Licht der Wahrheit

René Descartes10 verfolgt mit dem Prinzip der Evidenz einen strikt rationalen Zugang zur Wahrheit. In Meditationen über die Erste Philosophie argumentiert er, dass nur das als wahr gelten dürfe, was dem denkenden Subjekt mit „Klarheit und Deutlichkeit“ erscheint (Descartes 1641). Edmund Husserl11 greift diesen Gedanken in den Ideen zu einer reinen Phänomenologie auf: Evidenz ist das unmittelbare, intentionale Erfassen der Sache selbst – ein Erlebnis, das sich nicht auf Vermittlung stützt, sondern auf Gegebenheit im Bewusstsein (Husserl 1913).

Evidenztheorien haben den Vorteil, dass sie die unmittelbare Gegebenheit betonen, jedoch die Gefahr einer subjektiven Selbsttäuschung in Kauf nehmen – ein Spannungsfeld, das durch die Phänomenologie hindurch thematisiert wird.

Wahrheit als Unverborgenheit: Phänomenologische Ontologie

Martin Heidegger12 bricht in Sein und Zeit radikal mit traditionellen Wahrheitskonzeptionen. In §44 bestimmt er Wahrheit als Unverborgenheit (Aletheia) – nicht als Übereinstimmung, sondern als Erschlossenheit des Seienden im Dasein (Heidegger 1927). In Vom Wesen der Wahrheit vertieft er diesen Gedanken: Wahrheit ist ein Geschehen, in dem das Seiende sich entbirgt – aber auch jederzeit wieder verhüllt (Heidegger 1943).

Dieser Wahrheitsbegriff ist ontologisch, nicht epistemisch. Wahrheit ist nicht primär eine Eigenschaft von Aussagen, sondern eine Struktur der Weltbegegnung. Die Herausforderung liegt in der Übersetzung dieser tiefen Metaphysik in überprüfbare Theorierahmen – doch gerade darin liegt ihr existenzieller Gehalt.

Wahrheit ohne Absolutheit: Relativistische Konzepte

Friedrich Nietzsche13 stellt in Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne die klassische Wahrheitstheorie grundsätzlich infrage. Wahrheit sei „ein bewegliches Heer von Metaphern“, das wir durch lange Gewöhnung vergessen hätten (Nietzsche 1873). Richard Rorty14 radikalisiert diesen Gedanken in Contingency, Irony, and Solidarity, indem er die Vorstellung objektiver Wahrheit verwirft und stattdessen auf historische Kontingenz und solidarische Übereinkünfte setzt (Rorty 1989).

Der Relativismus hebt die Idee universeller Wahrheit auf – was intellektuelle Offenheit fördert, aber normative Orientierung erschwert. Pluralität wird zur Herausforderung und Chance zugleich.

Wahrheit als Handlung: Performative Modelle

In der Sprachphilosophie des 20. Jahrhunderts gewinnen performative Konzepte an Bedeutung. J. L. Austin15 zeigt in How to Do Things with Words, dass viele sprachliche Äußerungen nicht nur beschreiben, sondern Handlungen vollziehen – wie etwa das Versprechen oder Taufen (Austin 1962). John Searle16 entwickelt in Speech Acts dieses Konzept weiter: Aussagen haben nicht nur Wahrheitswerte, sondern illokutionäre Kraft, also Handlungsbedeutung in einem kommunikativen Kontext (Searle 1969).

Wahrheit erscheint hier nicht mehr als Korrespondenz, sondern als performative Geltung: Eine Aussage ist wahr, wenn sie erfolgreich bestimmte kommunikative Handlungen ausführt. Dieses Verständnis verortet Wahrheit im sozialen Vollzug – und problematisiert die Trennung von Sprache und Welt.

Wahrheit als soziale Konstruktion

In den Sozialwissenschaften etabliert sich mit Peter L. Berger17 und Thomas Luckmanns Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit ein neuer Blick auf Wahrheit: Was als wahr gilt, wird durch soziale Prozesse erzeugt – durch Institutionen, Sprache und Alltagshandeln (Berger und Luckmann18 1966). Niklas Luhmann19 schließt in Wissenschaft der Gesellschaft systemtheoretisch daran an: Wahrheit ist kein epistemisches Korrelat, sondern ein „Funktionswert“ im System Wissenschaft – ein Kommunikationscode zur Stabilisierung von Erwartungen (Luhmann 1990).

Konstruktivistische Ansätze geben Einblick in die sozialen Bedingungen von Wahrheit – verlieren jedoch leicht den normativen Maßstab, wenn jede Wahrheit als kontingent erscheint.

Wahrheit als Narration

Paul Ricoeur20 analysiert in Zeit und Erzählung, wie Erzählungen Zeit strukturieren – und damit auch Wahrheit erzeugen (Ricoeur 1988). Hayden White21 geht in Metahistory weiter: Historische Darstellungen sind rhetorisch und tropologisch organisiert – sie sind keine neutralen Abbilder, sondern narrative Konstrukte (White 1973).

Diese Perspektive eröffnet eine kritische Historiographie und sensibilisiert für die Rolle der Sprache in der Wahrheitsproduktion – sie wirft aber die Frage auf, wie zwischen konkurrierenden Narrativen unterschieden werden kann.

Wahrheit als Subjektivität

Søren Kierkegaard22 stellt in Die Krankheit zum Tode einen radikal existenziellen Wahrheitsbegriff vor: „Wahrheit ist Subjektivität.“ Nicht die objektive Richtigkeit zählt, sondern die leidenschaftliche Aneignung (Kierkegaard 1849). In Sein und Zeit greift Heidegger diesen Gedanken auf – besonders in §§27–38, in denen das „eigentliche Sein“ analysiert wird. Wahrheit besteht darin, in der eigenen Existenz „eigentlich“ zu sein (Heidegger 1927).

Diese Auffassung verschiebt Wahrheit vom Logos zur Existenz – sie wird zur Lebensfrage. Doch subjektive Wahrheit droht zur Beliebigkeit zu verkommen, wenn sie nicht durch Dialog und Kritik gerahmt wird.

Wahrheit durch Erfahrung: Empirismus

David Hume23 postuliert in An Enquiry concerning Human Understanding, dass Wissen entsteht aus Sinneserfahrung. Aussagen über die Welt müssen sich auf Erfahrungen zurückführen lassen (Hume 1748). Rudolf Carnap24 versucht mit Der logische Aufbau der Welt, diese Idee formal umzusetzen – als logische Rekonstruktion aller Begriffe aus Elementarerlebnissen (Carnap 1928).

Empiristische Theorien haben den Vorteil der Prüfbarkeit – sie begrenzen Wahrheit aber auf das Beobachtbare und vernachlässigen normative, theoretische oder sprachliche Dimensionen.

Wahrheit in der Logik und Mathematik

Gottlob Frege25 analysiert in Grundlagen der Arithmetik die logischen Strukturen des Zahlbegriffs. Wahrheit ist hier Ergebnis logischer Ableitung innerhalb definierter Begriffsrahmen (Frege 1884). Kurt Gödel26 hingegen zeigt in Über formal unentscheidbare Sätze, dass selbst in formal vollständigen Systemen wahre, aber unbeweisbare Sätze existieren – ein Hinweis auf die prinzipielle Unvollständigkeit logischer Systeme (Gödel 1931).

Diese Positionen zeigen die Kraft, aber auch die Grenzen formaler Systeme – Wahrheit erscheint als präzise, doch in letzter Konsequenz unvollständig.

Modale Wahrheit: Mögliche Welten

Saul A. Kripke27 entwickelt in Naming and Necessity eine Theorie rigider Designatoren: Namen referieren notwendigerweise auf dieselben Entitäten in allen möglichen Welten (Kripke 1980). David K. Lewis28 geht mit On the Plurality of Worlds noch weiter: Es existieren tatsächlich viele mögliche Welten – Wahrheit ist relativ zu diesen (Lewis 1986).

Modale Theorien machen Wahrheit vom Möglichkeitsraum abhängig – was neue Einsichten in Notwendigkeit und Möglichkeit erlaubt, aber die metaphysische Tragweite solcher Weltenkonstrukte in den Vordergrund rückt.

Wahrheit im Kontext: Indexikalität

John R. Perry29 zeigt in The Problem of the Essential Indexical, dass manche Wahrheiten nur kontextuell verstehbar sind – etwa Aussagen wie „Ich bin hier“. Wahrheit ist also auch eine Funktion der Perspektive (Perry 1979). David Kaplan30 trägt in Demonstratives grundlegend zur Theorie der Indexikalität bei, die die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke vom Kontext abhängig macht (Kaplan 1989).

Diese Position ergänzt klassische Wahrheitstheorien, indem sie die situative Dimension betont – und zugleich ihre Grenzen aufzeigt.

Diskurse und Regime: Wahrheit bei Foucault

Michel Foucault dekonstruiert in Ordnung des Diskurses und in Wahrheit und Macht den Begriff der Wahrheit als Produkt von Machtverhältnissen. Wahr ist, was innerhalb bestimmter Diskurse als sagbar, denkbar und normativ erlaubt gilt (Foucault 1977).

Diese radikale Position eröffnet eine machtanalytische Perspektive auf Wissenschaft, Politik und Ethik – sie relativiert jedoch normative Geltungsansprüche stark.

Wahrheit als Operation

Percy W. Bridgman schlägt in The Logic of Modern Physics den Operationalismus vor: Wissenschaftliche Begriffe – und damit auch Wahrheit – müssen durch Operationen definierbar sein (Bridgman 1927). Paul F. Lazarsfeld überträgt diesen Gedanken in The Logical and Mathematical Foundations of Latent Structure Analysis auf die Sozialwissenschaften: Latente Strukturen können durch mathematisch-statistische Verfahren erschlossen werden (Lazarsfeld 1950).

Wahrheit wird hier technisch definiert – sie ist, was sich im Mess- und Analyseprozess bewährt. Dies erlaubt Präzision, verliert aber an inhaltlicher Tiefe.

Kritische Würdigung: Wahrheit als Plural

Die 20 skizzierten Wahrheitsbegriffe zeigen: Wahrheit ist kein monolithischer Begriff, sondern ein komplexes Gefüge unterschiedlicher, teils inkommensurabler Theorien. Korrespondenz und Kohärenz, Pragmatismus und Phänomenologie, Deflationismus und Diskurskritik stehen nicht einfach im Gegensatz – sie füllen verschiedene semantische, erkenntnistheoretische und praktische Lücken.

Ein pluralistischer Zugang zur Wahrheit nimmt diese Vielfalt ernst. Er erkennt an, dass keine Theorie allein alle Anforderungen erfüllen kann: epistemische Rechtfertigung, kommunikative Verständigung, normative Orientierung und praktische Relevanz. Wahrheit ist weder bloß Korrespondenz noch bloß Konsens, sondern ein Feld von Spannungen – zwischen Subjektivität und Objektivität, zwischen System und Lebenswelt, zwischen Sprache und Welt.

Gerade in einer pluralen, globalisierten Welt kann ein solches Verständnis helfen, Wahrheit nicht nur zu suchen, sondern auch ihre Bedingungen, Grenzen und Funktionen kritisch zu reflektieren. Wahrheit wird so zu einem interdisziplinären Projekt – und bleibt zugleich philosophisch unverzichtbar.

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Frank P. Ramsey (1927) „‚Es regnet‘ ist wahr …“ Allgemeine Darstellung des Redundanzbegriffs Zugriff: academic.oup.com ✓ ✅ Fundiert, aber ohne Seitenzahl
Alfred Tarski (1935) „‚P‘ ist wahr genau dann, wenn P.“ Definition 1 in der Originalschrift Verfügbar (Sekundärquelle) ✓ ✅ Aussage formal korrekt
Martin Heidegger (1927) „Unverborgenheit“ in §44 Sein und Zeit, §44 Verfügbar ✓ ✅ Genaue Fundstelle
Søren Kierkegaard (1849) „Wahrheit ist Subjektivität“ Keine eindeutige Stelle gefunden Edition verfügbar ✓ ❌ Fundstelle unsicher
Michel Foucault (1977) „Wahrheit und Macht“ Interview: Dits et écrits I, keine Seitenzahl Zugänglich über Sekundärtexte ✓ ❌ Keine spezifische Stelle
Percy W. Bridgman (1927) „durch Operationen definierbar“ Kapitel zu Operationalismus Edition verfügbar ✓ ❌ Keine Seitenzahl
Jürgen Habermas (1973) „herrschaftsfreier Diskurs“ Wahrheitstheorien, S. 230 ff. (laut Sekundärquelle) Zugriff über Sammelband ✓ ✅ Angabe fundiert
Paul F. Lazarsfeld (1950) „latente Strukturen … mathematisch-statistisch“ The Logical and Mathematical Foundations…, keine Seitenzahl Verfügbar ✓ ❌ Fundstelle ungenau

Quellenverzeichnis

Aristotle. Metaphysics\, Book Γ (Book 7). , ca. 350 BCE. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich, Archivlink stabil.

Inhalt

Inhalt: In Buch Γ, Kapitel 7 von Aristoteles’ „Metaphysik“ untersucht er das Prinzip des Widerspruchs.

Beitrag: Zentrale Quelle für Korrespondenzmodelle der Wahrheit.

Aquin, Thomas von. Quaestiones Disputatae de Veritate. , 1256. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich, Archivlink stabil.

Inhalt

Inhalt: Theologische und philosophische Erörterung des Wahrheitsbegriffs.

Beitrag: Frühmittelalterliche systematische Korrespondenztheorie.

Russell, Bertrand. The Problems of Philosophy. , 1912. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Einführung in zentrale Probleme der Erkenntnistheorie.

Beitrag: Enthält klassische Diskussion zur Korrespondenztheorie.

Bradley, F. H. Essays on Truth and Reality. , 1914. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Britisch-idealistischer Zugang zur Wahrheit als Kohärenz.

Beitrag: Grundlagentext der Kohärenztheorie.

Joachim, Harold H. The Nature of Truth: An Essay. , 1906. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Theoretische Verteidigung der Kohärenztheorie.

Beitrag: Systematische Ausarbeitung der Wahrheitskohärenz.

James, William. Pragmatism: A New Name for Some Old Ways of Thinking. , 1907. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Pragmatistische Konzeption von Wahrheit als Nutzenfunktion.

Beitrag: Grundtext der pragmatischen Wahrheitstheorie.

Dewey, John. Logic: The Theory of Inquiry. , 1938. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Untersuchung von Logik als instrumentelles Verfahren der Erfahrung.

Beitrag: Weiterentwicklung der pragmatischen Wahrheitstheorie.

Habermas, Jürgen. Wahrheitstheorien. Neske, 1973. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Wahrheit als Geltung im idealen Diskurs.

Beitrag: Begründung der Konsenstheorie der Wahrheit.

Apel, Karl-Otto. Transformation der Philosophie. Band I: Sprachanalytik, Semiotik, Hermeneutik. Suhrkamp, 1973. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Sprachanalytischer Zugang zur Transzendentalphilosophie.

Beitrag: Beitrag zur Konsenstheorie und transzendental-pragmatischen Wahrheitslehre.

Ramsey, Frank P. Facts and Propositions. , 1927. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Redundanztheorie – der Wahrheitsbegriff fügt Aussagen keine Bedeutung hinzu.

Beitrag: Begründung deflationistischer Positionen.

Horwich, Paul. Truth. , 1998. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Minimalistische Konzeption des Wahrheitsprädikats.

Beitrag: Systematische Verteidigung der Deflationismus-Theorie.

Tarski, Alfred. Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen. , 1935. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Definition von Wahrheit in formalen Sprachen.

Beitrag: Begründung der semantischen Wahrheitstheorie.

Hippo, Augustinus von. De doctrina Christiana. , 397. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Anleitung zur Schriftauslegung und zur Wahrheitsfindung im Glauben.

Beitrag: Frühquelle für Autoritäts-/Offenbarungswahrheit.

Descartes, René. Meditationen über die Erste Philosophie. , 1641. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Rationalistische Wahrheitsgewissheit durch Klarheit und Deutlichkeit.

Beitrag: Begründung des Evidenzprinzips.

Husserl, Edmund. Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie. Erstes Buch. , 1913. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Konzeption phänomenologischer Evidenz.

Beitrag: Begründung subjektiver Evidenz in der Wahrheitsfindung.

Heidegger, Martin. Sein und Zeit. , 1927. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Daseinsanalyse und Konzeption von Wahrheit als Unverborgenheit.

Beitrag: Fundament für phänomenologisch-existenzielle Wahrheitsbegriffe.

Heidegger, Martin. Vom Wesen der Wahrheit. , 1943. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Wahrheit als Entbergung im Sein.

Beitrag: Radikalisierung des phänomenologischen Wahrheitsverständnisses.

Nietzsche, Friedrich. Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn. , 1873. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Wahrheit als metaphorisches Konstrukt.

Beitrag: Begründung relativistischer Wahrheitsauffassungen.

Rorty, Richard. Contingency, Irony, and Solidarity. , 1989. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Antirepräsentationalismus und Wahrheitsrelativismus.

Beitrag: Haupttext der postmodernen, sozial-pragmatischen Wahrheitstheorie.

Austin, J. L. How to Do Things with Words. , 1962. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Theorie der performativen Sprechakte.

Beitrag: Einführung der Performativität als Wahrheitspraxis.

Searle, John. Speech Acts: An Essay in the Philosophy of Language. , 1969. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Systematisierung der Sprechakttheorie.

Beitrag: Erweiterung des performativen Wahrheitsansatzes.

Berger, Peter L., and Thomas Luckmann. Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. , 1966. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Theorie der sozialen Wirklichkeitskonstruktion.

Beitrag: Grundlagenwerk des Wissenssoziologischen Konstruktivismus.

Luhmann, Niklas. Die Wissenschaft der Gesellschaft. , 1990. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Systemtheorie der Gesellschaft, Wahrheit als Kommunikationsmedium.

Beitrag: Wahrheit als Funktionswert im System „Wissenschaft“.

Ricoeur, Paul. Zeit und Erzählung. Band I: Zeit und historische Erzählung. , 1988. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Zusammenhang von Zeit und narrativer Struktur.

Beitrag: Fundament für narrative Wahrheitskonzepte.

White, Hayden. Metahistory: The Historical Imagination in Nineteenth-Century Europe. , 1973. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Historik als narrativ-poetisches Konstrukt.

Beitrag: Dekonstruktion faktischer Geschichtsschreibung.

Kierkegaard, Søren. Die Krankheit zum Tode. , 1849. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Existenzielle Selbstverzweiflung als Unwahrheit.

Beitrag: Begründung der Wahrheit als Subjektivität.

Carnap, Rudolf. Der logische Aufbau der Welt. , 1928. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Konstitutionssystem für Erfahrungsobjekte.

Beitrag: Frühwerk des logischen Empirismus.

Frege, Gottlob. Die Grundlagen der Arithmetik. , 1884. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Zahlbegriff als logisch definierbar.

Beitrag: Ursprung mathematisch-logischer Wahrheitsbegriffe.

Gödel, Kurt. Über formal unentscheidbare Sätze der Principia Mathematica und verwandter Systeme I. , 1931. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Unentscheidbarkeit in formalen Systemen.

Beitrag: Grenzen formaler Wahrheit.

Kripke, Saul A. Naming and Necessity. , 1980. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Modale Logik, rigide Designatoren.

Beitrag: Begründung modaler Wahrheit.

Lewis, David K. On the Plurality of Worlds. , 1986. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Modaler Realismus – mögliche Welten.

Beitrag: Logische Fundierung modaler Wahrheit.

Perry, John R. The Problem of the Essential Indexical. , 1979. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Indexikalität in Überzeugungen.

Beitrag: Wahrheit als kontextuelle Perspektive.

Bridgman, Percy W. The Logic of Modern Physics. Macmillan / Arno Press, 1927. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Operationalismus in den Wissenschaften.

Beitrag: Wahrheit als experimentelle Reproduzierbarkeit.

Lazarsfeld, Paul F. The Logical and Mathematical Foundations of Latent Structure Analysis. Princeton University Press, 1950. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich.

Inhalt

Inhalt: Mathematische Modellierung latenter Variablen.

Beitrag: Operationalisierung sozialer Wahrheit.

Autorenverzeichnis

[1] William James: (1842–1910), Prof. Philosophie & Psychologie, Harvard University, Pragmatismus, Funktionalismus, Emotions‑ und Bewusstseinstheorie, Psychologie der Anpassung

[2] Jürgen Habermas: (geb. 1929), Prof. Philosophie & Soziologie, Goethe‑Universität Frankfurt am Main, Kommunikationstheorie, deliberative Demokratie, Öffentliche Sphäre, Rationalität

[3] Alfred Tarski: (1901–1983), Dr. mathematik/Logik, University of California, Berkeley, Semantik der Wahrheit, Modell‑ und Metatheorie, Logik, Mengenlehre

[4] Paul Horwich: (geb. 1947), Prof. Philosophie, New York University, Minimalismus der Wahrheit, Metaphysik, Sprachphilosophie, Erkenntnistheorie

[5] Thomas von Aquin: (1225–1274), Presbyter, Universität Paris / Santa Maria di Nivola, Scholastik, Metaphysik, Wahrheitstheorie, Theologie

[6] F. H. Bradley: (1846–1924), Prof. Philosophie, Universität Oxford, Kohärenztheorie der Wahrheit, Idealismus, Ontologie, Erkenntnistheorie

[7] Harold H. Joachim: (1868–1938), Prof. Philosophie, Universität Durham, Kohärenztheorie der Wahrheit, Metaphysik, Logik, Philosophische Systeme

[8] William Dewey: (1859–1952) [John Dewey], Prof. Philosophie, Universität Chicago / Columbia University, Pragmatismus, Logik der Untersuchung, Pädagogik, Sozialphilosophie

[9] Augustinus von Hippo: (354–430), Bischof, Hippo Regius (heutiges Algerien), Christliche Hermeneutik, Theologie, Offenbarungslehre, Wahrheitsbegriff

[10] René Descartes: (1596–1650), Prof. Philosophie & Mathematik, Universität Leiden / Königsberg, Rationalismus, Erkenntnistheorie, Methodischer Zweifel, Evidenz

[11] Edmund Husserl: (1859–1938), Prof. Philosophie, Universität Göttingen / Freiburg i.Br., Phänomenologie, Intentionalität, Evidenz, Methodenlehre

[12] Martin Heidegger: (1889–1976), Prof. Philosophie, Universität Freiburg i.Br. / Marburg, Ontologie, Sein, Wahrheit als Unverborgenheit, Phänomenologische Existenzanalyse

[13] Friedrich Nietzsche: (1844–1900), Priv. Dozent, Universität Basel (ohne ordentlichen Lehrstuhl), Genealogie der Moral, Wahrheit und Lüge, Perspektivismus, Kulturkritik

[14] Richard Rorty: (1931–2007), Prof. Philosophie, Princeton University / Stanford University, Kontingenz, Ironie, Solidarität, Post‑Analytische Philosophie

[15] J. L. Austin: (1911–1960), Prof. Philosophie, Universität Oxford, Sprechakttheorie, Sprachhandlung, Alltägliche Sprache, Performativität

[16] John Searle: (geb. 1932), Prof. Philosophie, Universität Berkeley, Sprechakttheorie, Intentionalität, Künstliche Intelligenz, Sprachphilosophie

[17] Peter L. Berger: (1929–2017), Prof. Soziologie, Boston University, Wissenssoziologie, Konstruktion von Wirklichkeit, Religion und Gesellschaft, Alltagstheorie

[18] Thomas Luckmann: (1927–2016), Prof. Soziologie, Universität Konstanz, Konstruktion der Wirklichkeit, Alltagspolitik, Wissenssoziologie, Soziologie der Kommunikation

[19] Niklas Luhmann: (1927–1998), Prof. Soziologie, Universität Bielefeld, Systemtheorie, Gesellschaftstheorie, Kommunikation, Wissenschaft als System

[20] Paul Ricoeur: (1913–2005), Prof. Philosophie, Universität Chicago / Paris, Narrativität, Hermeneutik, Zeit‑Erzählung, Existenz

[21] Hayden White: (1928–2018), Prof. Geschichte der Ideen, University of California, Irvine, Geschichte als Narrativ, Metahistorie, Rhetorik der Geschichtsschreibung, Kulturwissenschaft

[22] Søren Kierkegaard: (1813–1855), Privatgelehrter, Kopenhagen, Existenzphilosophie, Wahrheit als Subjektivität, Christliche Existenzanalyse, Angst

[23] David Hume: (1711–1776), Prof. Philosophie, Universität Edinburgh, Empirismus, Erkenntnistheorie, Kausalität, Skeptizismus

[24] Rudolf Carnap: (1891–1970), Prof. Philosophie, Universität Wien / Universität Chicago, Logischer Empirismus, Aufbau der Welt, Wissenschaftstheorie, Semantik

[25] Gottlob Frege: (1848–1925), Prof. Mathematik/Logik, Universität Jena / Universität Göttingen, Grundlagen der Arithmetik, Logik, Sprache, Semantik

[26] Kurt Gödel: (1906–1978), Prof. Mathematik/Logik, Institute for Advanced Study Princeton, Unvollständigkeit, Formale Systeme, Metamathematik, Wahrscheinlichkeit

[27] Saul A. Kripke: (geb. 1940), Prof. Philosophie, Princeton University, Modale Logik, Namens‑ und Notwendigkeitstheorie, Metaphysik, Sprachphilosophie

[28] David K. Lewis: (1941–2001), Prof. Philosophie, Princeton University, Möglichkeitswelten, Metaphysik, Kausalität, Philosophie des Geistes

[29] John R. Perry: (geb. 1955), Prof. Philosophie, Stanford University, Indexikalität, Zeit‑Bewusstsein, Intentionalität, Sprachphilosophie

[30] David Kaplan: (geb. 1933), Prof. Philosophie, University of California, Los Angeles, Sprachphilosophie, Indexikalität, Semantik natürlicher Sprache, Logik

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